Temperatur beim Pferd - Normalwerte, Fieber und richtig messen

27. September 2026

Tierärztin misst die Temperatur eines Pferdes. Normale Körpertemperatur: 37,5-38,2°.

Inhaltsverzeichnis

Wenn dein Pferd ungewöhnlich matt wirkt, hustet oder sich heiß anfühlt, liefert ein gemessener Wert oft schneller Klarheit als der bloße Eindruck. Die rektale Körpertemperatur zeigt, was bei erwachsenen Pferden normalerweise gilt, wann aus einer kleinen Abweichung ein Warnsignal wird und wie du sicher misst. Ich ordne außerdem ein, wie sich Fieber von Überhitzung unterscheidet und wann der Tierarzt gefragt ist.

Die wichtigsten Werte auf einen Blick

  • 37,5 bis 38,5 °C gelten bei einem ruhenden erwachsenen Pferd meist als normal.
  • Ab etwa 38,5 °C ist der Wert in Ruhe auffällig und sollte kontrolliert werden.
  • Gemessen wird zuverlässig rektal mit einem digitalen Thermometer.
  • Nach Bewegung, Transport oder großer Hitze kann die Temperatur vorübergehend höher liegen.
  • Fieber ist ein Symptom, keine eigenständige Diagnose.

Tierärztin misst die Temperatur eines Pferdes. Normale Körpertemperatur: 37,5-38,2°.

Welche Temperatur ist beim Pferd normal?

Bei einem gesunden, ruhenden erwachsenen Pferd liegt die rektal gemessene Temperatur meistens zwischen 37,5 und 38,5 °C. Fachquellen nennen teilweise etwas engere Bereiche, etwa 37,2 bis 38,2 °C. Entscheidend ist deshalb nicht nur der allgemeine Richtwert, sondern auch der persönliche Normalwert des einzelnen Pferdes.

Ich empfehle, die Temperatur gelegentlich zu messen, wenn das Pferd gesund ist. So entsteht eine verlässliche Vergleichsbasis. Ein Wert von 38,4 °C kann für ein Pferd normal sein, während derselbe Wert bei einem Tier, das sonst konstant 37,6 °C hat, bereits eine relevante Veränderung darstellt.

Messwert in Ruhe Einordnung
unter 37,5 °C zu niedrig oder Messfehler möglich, bei deutlicher Abweichung tierärztlich abklären
37,5 bis 38,5 °C typischer Orientierungsbereich für erwachsene Pferde
über 38,5 °C auffällig, nach kurzer Ruhe erneut messen und Allgemeinzustand prüfen
ab etwa 39,5 °C hoher Wert, besonders zusammen mit Krankheitszeichen ein dringender Fall

Fohlen können etwas höhere Werte haben als ausgewachsene Pferde. Bei neugeborenen Fohlen sind sowohl erhöhte als auch zu niedrige Temperaturen ernst zu nehmen, weil Infektionen und Kreislaufprobleme schnell fortschreiten können. Hier würde ich nicht lange selbst beobachten, sondern frühzeitig den Tierarzt einbeziehen.

So misst du die Temperatur sicher und zuverlässig

Die zuverlässigste Methode ist die rektale Messung. Ohrthermometer, Messungen an der Haut oder unter der Schweifrübe liefern beim Pferd keine verlässliche Körperkerntemperatur. Ein einfaches digitales Thermometer reicht normalerweise völlig aus.

  1. Das Pferd sollte möglichst ruhig stehen und ein Halfter tragen.
  2. Schalte das Thermometer ein und benetze die Spitze mit Gleitgel oder etwas Vaseline.
  3. Stelle dich seitlich neben die Hinterhand, niemals direkt hinter das Pferd.
  4. Hebe den Schweif vorsichtig zur Seite und führe die Spitze langsam etwa 5 cm ein.
  5. Warte das Signal des Thermometers ab und halte es währenddessen sicher fest.
  6. Reinige und desinfiziere das Thermometer anschließend gründlich.

Bei einem unruhigen oder abwehrenden Pferd sollte eine zweite Person den Kopf ruhig halten. Trotzdem darf niemand das Tier mit Gewalt festhalten. Besonders sinnvoll ist es, die Messung im Rahmen eines Medical Trainings schrittweise zu üben, damit sie im Krankheitsfall nicht zur gefährlichen Stresssituation wird.

Ein überraschend niedriger Wert kann entstehen, wenn die Thermometerspitze in Kot liegt oder nicht richtig an der Schleimhaut anliegt. Ich messe in so einem Fall nach einigen Minuten erneut und notiere Uhrzeit, Wert, Aktivität und Begleitsymptome. Immer dasselbe Thermometer und dieselbe Vorgehensweise zu verwenden, macht die Werte besser vergleichbar.

Wann spricht man von Fieber?

Eine Temperatur über etwa 38,5 °C in Ruhe gilt beim erwachsenen Pferd als auffällig und kann auf Fieber hindeuten. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine schwere Erkrankung vorliegt. Entscheidend ist, ob der Wert nach einer Ruhepause bestehen bleibt und ob weitere Anzeichen dazukommen.

Nach Training, Transport, Aufregung oder sommerlicher Hitze kann die Temperatur vorübergehend steigen. Nach dem Abkühlen sollte sie jedoch wieder deutlich sinken. Bleibt sie erhöht, handelt es sich eher um einen krankhaften Prozess als um eine normale Reaktion auf Belastung.

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Fieber oder Überhitzung

Bei echtem Fieber erhöht der Körper seinen Sollwert, häufig als Reaktion auf eine Infektion oder Entzündung. Bei Überhitzung steigt die Temperatur dagegen, weil der Körper Wärme nicht schnell genug abgeben kann. Das kann nach intensiver Arbeit, bei großer Hitze oder bei gestörter Schweißbildung passieren.

Fieber Überhitzung
oft zusammen mit Mattigkeit, Husten oder Appetitlosigkeit häufig nach Arbeit, Transport oder großer Hitze
kann auch ohne vorherige Belastung auftreten oft starkes Schwitzen, schnelle Atmung und erhöhte Herzfrequenz
Temperatur bleibt trotz Ruhe erhöht Temperatur sollte nach konsequenter Kühlung sinken

Bei Verdacht auf Überhitzung bringe ich das Pferd sofort in den Schatten, biete Wasser an und kühle es mit sauberem, kühlem Wasser. Bei starker Atemnot, Schwäche, fehlendem Schwitzen oder einer weiter steigenden Temperatur ist das ein tierärztlicher Notfall.

Welche Ursachen hinter einer erhöhten Temperatur stecken können

Fieber ist ein Hinweis darauf, dass im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Häufig sind Virus- oder bakterielle Infektionen beteiligt, etwa Atemwegserkrankungen, Druse oder andere ansteckende Prozesse. Auch Entzündungen, Abszesse, Verletzungen und Erkrankungen der Hufe können die Temperatur erhöhen.

  • Infektionen der Atemwege
  • Druse oder andere ansteckende Erkrankungen
  • Entzündungen und Abszesse
  • Hufrehe oder schmerzhafte Hufprobleme
  • Kolik und andere Erkrankungen des Verdauungstrakts
  • Entzündungen nach Verletzungen oder Eingriffen
  • Überhitzung und gestörte Schweißbildung

Bei Kolik ist eine normale Temperatur keine Entwarnung. Thieme Tiermedizin weist darauf hin, dass die rektale Temperatur bei Kolik normal bis leicht erhöht sein kann und bei einem Kreislaufschock sogar abfallen kann. Deshalb beurteile ich immer das gesamte klinische Bild und verlasse mich nicht auf einen einzelnen Messwert.

Besonders aufmerksam werde ich, wenn die erhöhte Temperatur gemeinsam mit Husten, Nasenausfluss, Durchfall, Fressunlust, Teilnahmslosigkeit, ungewöhnlichem Schwitzen oder Schmerzen auftritt. In einem Stall mit mehreren Pferden sollte ein krank wirkendes Tier möglichst getrennt von den anderen stehen, bis die Ursache geklärt ist.

Welche Begleitwerte du zusätzlich kontrollieren solltest

Die Temperatur wird aussagekräftiger, wenn du sie zusammen mit Puls und Atmung beobachtest. Bei einem erwachsenen Pferd liegt der Ruhepuls grob bei 28 bis 44 Schlägen pro Minute, die Atemfrequenz meist bei etwa 8 bis 16 Atemzügen. Aufregung, Schmerzen und Bewegung können beide Werte vorübergehend erhöhen.

Auch die Schleimhäute geben wichtige Hinweise. Sie sollten rosa und feucht sein, die kapilläre Rückfüllzeit liegt normalerweise unter zwei Sekunden. Blasse, dunkelrote, bläuliche oder trockene Schleimhäute, ein deutlich beschleunigter Puls oder starke Schwäche gehören unabhängig von der Temperatur in tierärztliche Hände.

Ich notiere die Werte am liebsten in einer einfachen Stallliste. Ein Verlauf über mehrere Messungen zeigt oft mehr als eine einzelne Zahl. Besonders nach einem Zukauf, einem Turnierbesuch oder bei Infektionsgeschehen im Bestand kann eine Kontrolle morgens und abends sinnvoll sein.

Was du bei auffälligen Werten tun solltest

Miss zunächst nach etwa 15 bis 30 Minuten Ruhe erneut, sofern das Pferd nicht akut schwer krank wirkt. Kontrolliere dabei, ob das Thermometer korrekt eingeführt war, und notiere die Temperatur. Training, Transport und Fütterung solltest du bis zur Klärung aussetzen.

  • Bei leicht erhöhter Temperatur ohne weitere Symptome engmaschig nachmessen.
  • Bei anhaltend mehr als 38,5 °C den Tierarzt telefonisch informieren.
  • Bei etwa 39,5 °C oder höher zeitnah tierärztliche Hilfe anfordern.
  • Bei Atemnot, Kreislaufproblemen, starken Schmerzen oder Kolikzeichen sofort handeln.
  • Keine fiebersenkenden Medikamente ohne tierärztliche Anweisung geben.

Fieber sollte nicht einfach unterdrückt werden, weil es eine Reaktion des Immunsystems sein kann und wichtige Hinweise auf den Krankheitsverlauf liefert. Medikamente wie Entzündungshemmer können außerdem Symptome verdecken oder bei falscher Anwendung Magen, Darm und Nieren belasten.

Ist die Temperatur dagegen niedrig, muss zuerst ein Messfehler ausgeschlossen werden. Bleibt sie deutlich unter dem individuellen Normalbereich oder wirkt das Pferd kalt, schwach, apathisch oder kreislaufinstabil, gilt ebenfalls: sofort tierärztlich abklären.

Eine kleine Messroutine schafft im Ernstfall Sicherheit

Wer den persönlichen Normalwert seines Pferdes kennt, erkennt Veränderungen früher und kann dem Tierarzt bessere Informationen geben. Drei bis sieben Messungen an ruhigen Tagen, möglichst zur ähnlichen Tageszeit, reichen bereits als brauchbare Orientierung.

Mein praktischer Rat lautet deshalb, ein digitales Thermometer, Gleitgel, Desinfektionsmittel und eine kurze Dokumentationsmöglichkeit griffbereit zu halten. Die Messung selbst ist schnell erledigt, aber ihre Aussagekraft hängt davon ab, dass sie ruhig, sicher und immer ähnlich durchgeführt wird.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Bei einem gesunden, ruhenden erwachsenen Pferd gelten rektal meist 37,5 bis 38,5 °C als normal. Über 38,5 °C ist der Wert auffällig, ab etwa 39,5 °C besonders ernst zu nehmen. Der persönliche Normalwert des Pferdes dient zusätzlich als wichtige Vergleichsbasis.

Am zuverlässigsten misst du rektal mit einem digitalen Thermometer. Das Pferd sollte ruhig stehen, die Spitze wird mit Gleitgel oder Vaseline benetzt und etwa 5 cm eingeführt. Stelle dich seitlich neben die Hinterhand und reinige das Thermometer danach gründlich.

Fieber kann auch ohne vorherige Belastung auftreten und bleibt trotz Ruhe erhöht, häufig zusammen mit Mattigkeit, Husten oder Appetitlosigkeit. Überhitzung entsteht eher nach Arbeit, Transport oder großer Hitze und geht oft mit starkem Schwitzen, schneller Atmung und erhöhter Herzfrequenz einher. Nach konsequenter Kühlung sollte die Temperatur sinken.

Bei leicht erhöhter Temperatur ohne weitere Symptome kannst du nach 15 bis 30 Minuten Ruhe erneut messen. Bleibt der Wert über 38,5 °C erhöht, solltest du den Tierarzt telefonisch informieren; ab etwa 39,5 °C zeitnah tierärztliche Hilfe anfordern. Atemnot, Kreislaufprobleme, starke Schmerzen, Kolikzeichen oder eine weiter steigende Temperatur sind Notfälle.

Bei einem erwachsenen Pferd liegen Ruhepuls und Atemfrequenz grob bei 28 bis 44 Schlägen beziehungsweise 8 bis 16 Atemzügen pro Minute. Die Schleimhäute sollten rosa und feucht sein, die kapilläre Rückfüllzeit unter zwei Sekunden liegen. Deutlich veränderte Schleimhäute, ein schneller Puls oder starke Schwäche müssen unabhängig von der Temperatur tierärztlich abgeklärt werden.

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Viola Rausch

Viola Rausch

Mein Name ist Viola Rausch und ich bringe 9 Jahre Erfahrung im Bereich Pferdesport, Haltung und Zucht mit. Schon in meiner Kindheit war ich von Pferden fasziniert, was mich dazu brachte, mich intensiv mit ihrer Pflege und Zucht auseinanderzusetzen. Ich finde es spannend, die verschiedenen Facetten des Pferdesports zu erkunden und darüber zu schreiben. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und hilfreiche Informationen zu bieten, die sowohl Anfängern als auch erfahrenen Pferdeliebhabern zugutekommen. In meinen Beiträgen beschäftige ich mich mit aktuellen Trends, optimalen Haltungsbedingungen und den besten Praktiken in der Zucht. Dabei lege ich großen Wert auf sorgfältige Recherche und die Überprüfung von Quellen, um sicherzustellen, dass die Informationen, die ich teile, präzise und aktuell sind. Ich freue mich darauf, meine Erkenntnisse und Erfahrungen mit Ihnen zu teilen und gemeinsam die Welt des Pferdesports zu entdecken.

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